Bioplastik eine Alternative?

Bioplastik – eine nachhaltige Plastikalternative?

3 Gründe wieso Bioplastik Verwirrung stiftet

Sieht aus wie Plastik, schmeckt wie Plastik und ist fast genauso nachhaltig wie Plastik. Aber eben nur fast.

Es geht um 🥁🥁🥁 Bioplastik.

Die vermeintliche Plastikalternative kommt besonders im gastronomischen Single-Use Gebrauch immer häufiger zum Einsatz. Doch was ist Bioplastik eigentlich und kann Plastik überhaupt bio sein? Wir haben das geheimnisvolle Material mal genauer unter die Lupe genommen. Eins können wir schon mal verraten: Bio ist nicht gleich bio! 

Was ist Bioplastik?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Materialien, die als Bioplastik ausgewiesen werden. Eine klare Antwort, was Bioplastik ist gibt es nicht. Aber mann kann Bioplastik definieren als:

  1. Plastik, das aus biobasierten Materialien besteht – also nachwachsende Rohstoffe
  2. oder Plastik, das biologisch abbaubar ist.

Hier kommen wir schon zur ersten Verwirrung: Was bedeutet eigentlich biologisch abbaubar? Und kann man Bioplastik in den Kompost werfen?

Bioplastik

1. Verwirrung: Was bedeutet biologisch abbaubar?

Biobasiertes Plastik besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Maisstärke, Erbsenstärke oder anderen Pflanzenstoffen. Allerdings gibt es keine Regelung, wie hoch der Anteil dieser nachwachsenden Rohstoffe sein muss. Neben Klebstoffen, die den Pflanzenrohstoff zusammenhalten, können auch Schmierstoffe, Trennmittel oder Druckfarben im Material enthalten sein. Um als biobasiert ausgewiesen zu werden, muss PLA beispielsweise nur zu 40% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Das heißt: Mehr als die Hälfte des Materials, das als Bioplastik oder biobasiert ausgewiesen wird, besteht nicht mal zwingend aus nachwachsenden Rohstoffen.

What?
Whaaaaaaat??

Bioplastik sieht nicht nur aus wie normales Plastik, sondern ist nicht unbedingt bio. Damit ist Bioplastik nicht zwingend eine nachhaltige Plastikalternative. Besonders Verbraucher kann dies verwirren und täuschen.

Auch das Umweltbundesamt hat PLA (eine der bekanntesten Formen von Bioplastik) mal genauer unter die Lupe genommen. Dabei haben sie festgestellt, dass die Ökobilanz von PLA Produkten genauso schlecht ist, wie die von PET Produkten. Aber was heißt das konkret?

💡 Auch wenn PLA aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und einen positiven Beitrag für die CO2 Bilanz leistet, muss beim Thema Nachhaltigkeit die gesamte Kette betrachtet werden. Faktoren wie der gesundheitliche Einfluss auf Mensch und Tier, die Veränderung des Nährstoffgleichgewichts oder der Einfluss auf das Klima und die Biodiversität müssen berücksichtig werden. Führt man hier also alle Zahlen und Faktoren zusammen, wendet ein paar schlaue Formeln an und rechnet die Einflüsse zusammen 🧮 👩🏽‍🏫, kommt folgendes Ergebnis raus: PLA und damit biobasiertes Plastik ist nicht per se nachhaltig!


Fazit: Bio ist für uns Abfall! Aber welcher? Hier kommen wir zur zweiten Verwirrung… 

2. Verwirrung: Wie wird Bioplastik entsorgt?

Biologisch abbaubar bedeutet nicht kompostierbar! Zumindest nicht auf dem eigenen Kompost im Garten. Denn Bioplastik benötigt deutlich mehr Zeit, als tatsächlicher Biomüll, um sich auf dem Gartenkompost zu zersetzen. Nach der europäischen Norm (EN 13432), die biologisch abbaubare Produkte zertifiziert, müssen diese innerhalb von 90 Tagen zu 90% abgebaut sein. Aber nicht auf dem privaten Hauskompost, sondern auf industriellen Kompostieranlagen. Unter kontrollierten und standardisierten Bedingungen wird der Müll also kompostiert und abgebaut. Doch was so einfach klingt hat doch noch einen Haken: Der Müll wird in den Müllanlagen vorab sortiert.

Wie wir bereits festgestellt haben, unterscheidet sich Bioplastik nicht stark vom herkömmlichen Plastik. Somit landet das Bioplastik meistens gar nicht erst in den vorgesehene industriellen Kompostieranlagen. Sondern in den Verbrennungsanlagen. Unsere Müllinfrastruktur ist also noch nicht dafür ausgelegt, dass Bioplastik auch an die dafür vorgesehenen Anlagen gelangt. Was ist aber nun eine nachhaltige Plastikalternative?

3. Verwirrung: Was ist eine nachhaltige Plastikalternative?

Was ist denn aber nun nachhaltig und eine wirkliche Plastikalternative? Klar ist, dass der weltweite Plastikeinsatz nicht durch biologisch abbaubare Kunststoffe ausgetauscht werden kann. Denn das würde die Kapazitäten der nachwachsenden Rohstoffe überschreiten. Die einzig wirkliche nachhaltige Lösung ist also die Schaffung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Die Biodiversität darf nicht gestört werden und es müssen Rohstoffe genutzt werden, die für den alltäglichen Lebensmittelgebrauch keine Verwendung haben. 

Die Lösung ist so geschmackvoll und innovativ wie der Spoonie choc: Spoontainable

Nachhaltige Plastikalternative

Zwar können wir keine Plastikalternative für Verpackungen und Folien liefern. Aber einen kleinen Beitrag und Alternative für die To-Go Branche. Denn unsere Produkte bestehen aus Reststoffen der Lebensmittelindustrie. In einem Upcyclingverfahren werden sie zu nachhaltigen Plastikalternativen weiterverarbeitet. Wir nutzen zum Beispiel die Fasern der Haferspelze für unseren essbaren Löffel, der statt einem Plastiklöffel eingesetzt werden kann.

Im Sommer klappt das hervorragend mit einem Eis: Erst das Eis löffeln, Löffel essen und Müll vermeiden.  Da die Basis Schalenreste aus der Getreide- oder Schokoladenproduktion sind, müssen wir auch keine Rohstoffe in utopischen Mengen anbauen. Wir nehmen einfach das, was sowieso übrigbleibt und machen daraus einen essbaren Löffel.

Ganz nach dem Motto: Don’t Waste It – Taste It!

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